Überfließende Himmel
Überfließende Himmel verschwendeter Sterne prachten über der Kümmernis.
Statt in die Kissen, weine hinauf. Hier, an dem weinenden schon, an dem
endenden Antlitz, um sich greifend, beginnt der hinreißende Weltraum.
Wer unterbricht, wenn du dort hin drängst, die Strömung? Keiner.
Es sei denn, dass du plötzlich ringst mit der gewaltigen Richtung jener Gestirne
nach dir. Atme. Atme das Dunkel der Erde und wiederaufschau!
Wieder. Leicht und gesichtslos lehnt sich von oben Tiefe dir an.
Das gelöste nachtenthaltne Gesicht giebt dem deinigen Raum.
Rainer Maria Rilke, April 1913, Paris
Gedichte an die Nacht